Die Nordküste Siziliens

Von Palermo bis Messina sind es 230 km. Das Gebiet westlich von Palermo beschreiben wir im Westen. Bei Messina geht es mit der Ostküste weiter. Bei klarem Wetter genießt man Blick auf die Vulkangegel der Liparischen Inseln, die politisch zu Sizilien zählen.

Direkt hinter der Küste steigt von von Messina bis Termini Imerese der sizilianische Apennin mit den Peloritani-, Nebordi- und Madonie-Gebirge steil an. Westlich von Termini ist diese mal schrofe, mal sanfte Bergkette, aufgelockert und wird von einzelnen Bergen wie den kahlköpfigen Monte Calogero oder den Monte Pellegrino, den Hausberg von Palermo bestimmt.


Landschaftsbild

An der grünen, mediterranen Küste wechseln langezogene, oft steinig bis kiesige Strände mit felsigen Kaps. Dazwischen einige ansprechende Sandtrände wie z.B. bei Mondello (Palermo), Lascari, Cefalù, San Ambrogio, Capo Orlando und Tindari. Die Küstenstraße SS113 und die Bahn drängen sich meist nahe oder direkt am Meer. Die A19 verläuft etwas oberhalb in den Bergen meist in langen Tunnels oder über gigantische Brücken.


Reise-Know-How

Der Tourismus konzentriert sich zwischen Cefalù und Milazzo. Hier ist das Wasser sauber, sogar mit lohnenden Tauchmöglichkeiten und ansprechenden Sandtrände und Kiesbuchten. Die Apennin Berge bieten gute Ausflugsziel und Outdoor Aktivitäten. Cefalù zählt trotz zweitgrößter Tourismuszahlen nach Taormina immer noch zu den kleinen Urlaubsorten am Mittelmeer. Unbedingt lohnen sind Fahrten in die Bergdörfer, in die Naturparks, zu dem Hauptkamm des Apennin und über die Paßstraßen ins völlig andere Innersizilien.


Sehenswürdigkeiten

Die Aufzählung geht von West nach Ost, also von Palermo in Richtung Messina.

Palermo

Die sizilianische Hauptstadt in der Conca d'Oro (Goldenen Bucht) fasziniert mit Ihrem morbiden Charme, ihrer riesigen Altstadt mit arabisch-normannischen Bauten, mittelalterlichen Palästen, barocken Kirchen und vor allem wegen den sehr lebendigen Märkten. Die Cappella Palatina im Normannenpalast zählt nach der Restaurierung wieder zu den der schönsten Kirchen-Räumen im Abendland. Frei nach Goethe: Eine Sizilien-Reise ohne Palermo macht keien Sinn in der Seele.


Cefalù

Eingezwängt zwischen La Rocca dem 270 m hohen Burgberg und dem Tyrrhenischen Meer steht eine der Hauptattraktionen Siziliens, der imposante Normannendom. Die Piazza Duomo und das umliegende arabischen Gassgengewirr haben eine ganz besonderen Flair - in der Saison aber auch sehr touristisch. Der Fußweg auf den Hausberg wird mit einer gigantischen Aussicht belohnt und auch der Stadtstrand lohnt sich. Für uns ganz klar die schönste Küstenstadt der Insel.


Parco delle Madonie

Naturpark seit 1989, ca. 40.000 ha. Ein großteils dicht bewaldetes Kalkmassiv, dessen Hänge zur Nordküste steil abfallen, zur Südseite dagegen sanft auslaufen. Im Zentralteil eine karstige Hochebene aus der einige kahle, fast 2000 m Hohe Berggipfel herausragen. Die Dörfer der Madnoie thronen teils spektakulär hoch oben in den Bergen und zählen zu den urigsten auf der Insel. Mountainbike, Wanderer, Reiter und Rennrad-Fahrer finden in diesem herrlichen Gebirge viele Touren.


Santo Stefano di Camastra

Die sympahtische Keramik-Stadt liegt auf einem Plateau 100 m über dem Meer. Boutiquen mit Keramik & Majoliken wohin das Auge blickt. Die Werkstätten sind meist am Stadtrand gelegen. Nette, ruhige Nebenstraßen und Plätze, die teils einen herrlichen Meerblick haben. Die Küste selbst ist in diesen Abschnitt meist schwer zugängliche bzw. nicht lohnend.


Parco dei Nebrodi

Das Nebrodi Gebirge zählt mit seinen 85.500 ha zu den größten Naturparks in Europa. Eine sehr einsame, intakte Bergwelt mit ausgedehnte Eichen- und Buchenwälder, kleinen Bächen und Gebirgsseen. Ein Mittelgebirgs-Landschaft mit Meerblick, die man so auf Sizilien eigentlich nicht erwartet. Höchster Berg ist der Monte Sorro (1847 m). Von der Küste führen drei serpentinen-reiche Passtraßen über den Hauptkamm der Nebroden ins Inland. Die Passhöhen liegen jeweils bei ca. 1400 m. Der Naturpark bietet eine gute Infrastruktur an Wegen und Pisten und somit zahlriche Wander- und Mountainbike-Touren.


Tindari

Hoch oben auf dem Capo Tindari tront eine Pilger-Kirche aus den 70iger Jahren mit der wundertätigen Madonna Nera. Direkt daneben eine griechisch-römische Ausgrabungsstätte. Tief unten ein Traumstrand: die Lagunen von Oliveri mit weissem Sandstrand und türkisblauem Wasser! Alle drei Highlights können mit einer netten Berg-Wanderung verbunden werden.


Milazzo

Die Stadt liegt auf einer Halbinsel die wie ein Finger auf die Liparischen Inseln zeigt, zu denen von hier fast stündlich Fähren und Schnellbote abfahren. Milazzo ist wie viele Hafenstädte sehr lebendig, das Stauferkastell ist eins der größten auf Sizilien und das Capo Milazzo ein Naturschutz-Gebiet mit Wanderwegen und einer hübschen kleiner Sandbucht. Ohne der Insel-Conection würden sich vermutlich trotzdem nur wenige Touristen hierher verirren. (ca. 30.000 Ew)


Die Liparischen Inseln

Die sieben Vulkan-Inseln liegen vor der Nordküste Siziliens und sind eigentlich einen eigenen Urlaub wert. Besonders Vulcano ist aber auch für eine Tagesausflug geeigent. Für Stromboli sollte man dagegen mindestens zwei Tage einplanen... (mehr)