Die Ostküste Siziliens

Von Torre Faro im Norden bis Siracusa im Süden sind es 180 km. Das Gebiet südlich von Sircusa zählt geografisch auch zur Ostküste, wir beschreiben es aber im Südosten.

Landschaftsbild

Eine abwechslungsreiche, sehr grüne, aber auch dicht besiedelt Küste, die optisch von dem aktiven Vulkan Ätna und touristisch vom traumhaft gelegenen, aber auch sehr überlaufenen Taormina beherrscht wird.

Messina bis Giardini Naxos

Ein langes Strandbad, immer wieder durch felsige Kaps unterbrochen. Lange sandigen Buchten werden von ebenso langen Orten flankiert. Zwischen dem steil aufsteigenden, bizarren Nebrodi-Gebirge und dem Ionisches Meer quetschen sich zudem die Bahn, die Küstenstraße SS114 und die Autostrada A18.

Giardini Naxos - Catania

Bei San Marco folgt ein ca. 10 km langer Sandstrand, dann die Zyklopenküste mit schroffen Lavasteinen und bizarren Basaltnadeln im Wasser, malerisch aber zersiedelt. Besonders fotogen bei Aci Trezza (zwischen Acireale und Aci Castello). Von der Küste weg steigen die fruchtbaren Hänge des Ätna sanft an.

Catania-Siracusa

Wer auf der A18 schnell durchbraust macht nichts falsch. Südlich von Catania erstreckt sich ein 8 km langer Stadtstrand, im Hinterland wuchern die Vororte von Catania, in der Piana di Catania die leckere Moro-Blutorange. Die Felsküste zwischen Augusta und Siracusa ist mit Industrieanlagen verschandelt.


Lo Stretto

Erdgeschichtlich ist es noch nicht so lange her, da gab es an der heute nur 3,3 km (schmalste Stelle) Meeresenge von Messina eine Landbrücke. Seit den 80iger Jahren träumte vor allem Berlusconi von der 3360 m langen Hängebrücke. Das jüngste Vorprojekt stammte aus dem Jahr 2003 - seine Ausführung wurde 2013 gestoppt. Das Gebiet gilt als sehr erdbebengefährdet, die Faltungsvorgänge die zum Grabenbruch und zum Enstehen des Etna geführt habe, sind noch in vollen Gange.


Sehenswürdigkeiten

Die Aufzählung geht von Nord nach Süd. Sehr lohnend sind Abstecher in die hübschen und autentischen Dörfer im Peloritani-Gebirge, in die Etna-Städtchen Linguaglossa und Randazzo sowie zwischen Etna und Peloritani der Ort Francavilla di Sicilia.

Messina

Ca. 240.000 Messinesi. Die Provinzhauptstadt ist wegen dem großen Fährhafen nach Kalabrien (Vila San Giovani) mit interessanter Eisenbahn-Verladung das Tor von Sizilien. Durch Erdbeben und im II. Weltkrieg jeweils total zerstört - deshalb heute bis auf wenige Bauwerke sehr modern und äußerst verkehrsreich. Besonders sehenswert sind der nach dem Beben von 1908 wieder erstellte Duomo und das Museo Nazionale mit Bildern alter sizilianischer Meister.


Isola Bella

Die bezaubernde Insel liegt unterhalb (nördlich) von Taormina. Das Inselchen selbst ist nur mit offiziellen Führungen zugängig. Der sehr ansprechende Kiesstrand davor ist dagegen von der Ortschaft Mazzaro (von Taormina per Seilbahn zu erreichen) über eine Treppe öffentlich zugänglich, aber in der Sonnen-Badesaison deshalb auch meist sehr gut besucht.


Taormina

Ca. 11.000 Taorminesi. Traumhafte Lage 200 m über dem Meer, vielerorts - auch im griechischen Teatro mit Ätna-und-Meer-Blick. Mittelalterliche Gassen und Treppenwege, ein antikes Theater und viele berühmte Besucher, die alle Goehte schwärmen über die Schönheit und das milde Klima gefolgt sind, haben Taormina zu Sizilien bekanntesten Touristenort gemacht. Deshalb auch viele große Hotels mit vielen Sternen und in der Saison stark überlaufen. In der Nebensaison mit liebenswerten Flair. So oder so ein "Muss". Das Auto am besten an der Küste in Mazzaro parken und mit der Funivia (Seilbahn) hinauf fahren.


Giardini Naxos

Ca. 10.000 Giardinesi. Früher das Fischerdorf Taorminas, heute das Klein-Rimmini Siziliens, alles andere als schön, der Strand hat aber feinen, hellen Sand und tollen Taormina-Ätna-Blick. Der Lungomare (Uferpromenade) ist tatsächlich lang, man sieht und wird gesehen. Am Ende der Bucht, hinter dem Hafen wird der schöne Name "Giardini" greifbarer. Zudem findet man hier die Archäologischen Zone mit Überreste des antiken Naxos.


Gola d´Alcantara

Schlucht bzw. -klammartiger Durchbruch des Fiume Alcantara durch einen Basaltriegel (Ätna-Lavastrom). Hinfahren (liegt direkt an der SS185 Giardini-Francavilla), hinunterfahren, Fotos schießen, abhacken und weiter. Besonders für Busreisende ist es so wenig mehr als ein teurer Toiletten-Stopp. Die Gola ist alles nur kein Geheimtipp, wenn man hinfährt sollte man sich Zeit nehmen und eine der Wanderungen im Naturpark "Parco Fluviale dell'Alcantara" unternehmen und nicht nur den Touri-Hotspot abhaken. Der ausgeschilderte Eingang an der SS185 mit dem Schnell-Restaurant und Aufzug ist eine privater Einrichtung. Der überteuerte Eintritt hat nichts mit dem Naturpark selbst am Hut. Deshalb gibt es direkt oberhalb eine kostenlosen Treppen-Abgang!


Parco dell'Etna

Regionalpark seit 1987, Ca. 60.000 ha. Vormittags zwischen 10 und 11.30 kommen wie verabredet beim Rifugio Sapienza (Etna Süd, 1900m) unzählige Buse mit Touristen- und Schulgruppen aus ganz Sizilien an. Mit Seilbahn und Allradbussen weiter auf 2900, dort in 10 Min. zu Fuß um zwei neuere Nebenkrater die noch etwas schwefeln, Fotos und Selfies und Tschüs... Wer Europas höchsten und aktivsten Vulkan und seinen wunderschönen Naturpark der sich von ca. 700 m bis zu den aktiven 4 Gipfelkratern (ca. 3323m) und seine über 200 Nebenkrater erstreckt, kennen lerne möchte sollte lieber im Nord hinauf fahren und dort (vom Rif. Citelli) z.B. zum Rand des Valle del Bove aufsteigen oder von Etna Nord auf den Monte Nero. Mit Kindern sind die Monti Satroio eine kurze aber eindrucksvolle Tour auf kleine Nebenkrater die man im Lavasand toll abrutschen kann.


Catania

Ca. 320.000 Catanesi; UNESCO Weltkurlturebe seit 2002. Wegen seiner großen Universität ist in Siziliens zweit größten Stadt viel los, besonders Abends sind unglaublich viele junge Mensch auf den Straßen. Wer kein Nachtschwärmer ist bewundert lieber frühmorgens den großen, sehr bunten und lauten Fischmarkt, die schwarzen Lavastein gepflasterte, hektische Straßen im Centro, aber auch prächtige Barockbauten, ruhige Seitengassen und tolle Ätna-Blicke. Im Umfeld ausgedehnte Trabantenstädte mit herunter-gekommenen Ecken, aber da wollen Sie sicher eh nicht hin.

Ausflugstipp: Ferrovia Circumetnea

Die private Schmalspurbahn fährt von Catania aus u-förmig um den Ätna. Die ca. 113 km langen Bahnlinie verläuft aussichtsreich, oft parallel zur Grenze des Parco dell`Etna auf 600-800 m. Für die 4-5 stündige Fahrt sollten man einen ganzen Tag und einen Stopp in einem der Ätna-Städtchen (am besten in Randazzo) einlegen. Für eine komplette Vulkan-Umrundung kann man das letzte Teilstück von Giarre nach Catania entlang der Küste mit der Staatsbahn fahren.

>> Weiter geht's in der Stadt Siracsua im Südosten Siziliens.