Der Südosten Siziliens

Landschaftsbild: Hinter den flachen, landwirtschaftlich intensiv genutzen Cappo Pachino steigt die mit tiefen Canyons durchzogene Kalkpatte der Monti Iblei auf. Endlos erscheinende Trockenmauern und Johannis-Brotbäumen säumen diese herrliche, uralte Weidelandschaft. Höchste Erhebung ist der bewaldete Monte Lauro (990 m).


Barocke Städtepracht

Die Städte im Südosten Siziliens protzen mit ihren barocken Kirchen und Palästen, mit riesigen Freitreppen und verspielten Details wie lachende Masken und Putten. Nach dem verherenden Erdbeben von 1693 bei dem 60.000 Menschen starben und viele Städte komplett zersört wurden wetteiferten alter und neuer Adel beim Wiederaufbau um die schönsten Barock-Fassaden. Noto und Ragusa wurde sogar an andere Stelle neu aufgebaut. Es entwickelte sich der Sizilianischer Barock, diese Abwandlung der Barockarchitektur gibt den Städten einen ganz besonderen, einzigartigen Charakter. Die spätbarocken Städte des Val di Noto wurden 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Zu dem Weltkulturerbe zählen die Städte Catania, Caltagirone, Militello in Val di Catania, Modica, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli.


Die Canyons: Wandern, Baden und Höhlenwohnungen

Über Jahrmillionen haben die Flüße im Gebiet der Monti Iblei tiefe Schluchten (ital. Cava) in den weichen Kalkstein geschliffen. Üppige Vegetation, kühle Badebecken mit glasklaren Wasser und Spuren der Vergangenheit gibt es dort unten zu entdecken. Sikuler und Byzantiner haben in grauer Vorzeit tausende Höhlengräber und Felswohnungen in den Stein gehauen.


Die Küste: lange Sandstrände

Südlich von Siracusa ziehen sich lange Sandstrände im Wechsel mit felsige Agschnitte bis Scoglitti. Es gibt eine ganze Reihe Traumstände, z.B. im Naturpark Vendicari, der Playa Grande oder die Dünenlandschaft von Sampieri. Dazwischen aber auch gesichtslose Marina-Orte mit kleineren Hotels und sehr vielen Ferienhäuser - die meist nur in der Hochsaison (Juli &August) .


Sehenswürdigkeiten

Reisetipp: Von Sircausa fährt eine Regionalbahn über Noto, Pozzallo, Scicli, Modica, Ragusa bis Gela. Die Strecke ist nicht nur für Eisenbahn-Fans eine wunderschöne Alternative die herrliche Landschaft der Monti Iblie und die Barocken Städte im Südosten zu erfahren.


Siracusa - das New York der Antike

Platon lehrte hier Philosophie, Archimedes entwickelte Kriegsmaschinen, 413 v. Chr. wurde die Flotte von Athen besiegt - Syrakus war in der Antike eine sehr bedeutende Stadt. Im 20. Jahrhundert zogen die Menschen der Provinz-Hauptstadt in Neubauviertel am Festland, die Altstadt drohte komplett zu zerfallen. Mit dem UNESCO Weltkulturerbe kam 2005 das Leben zurück - heute ist die barocke Altstadt auf der Insel Ortygia wunderschön restauriert, die Gassen und Plätze haben viel Flair und auch das griech. teatro (etwas außerhalb gelegen) wird wieder bespielt.


Noto - Hauptstadt des sizilianischen Barock

Barocke Baukunst wohin das Auge blickt, ohne zu erdrücken, eher beschwingend und einfach zum Staunen! Erdrück von Touristen wird die Weltkulturerbe-Stadt vor allem während L'Infiorata, wenn sich die Straßen der symphatischen Kleinstadt in einen riesigen Blumenteppichen verwandeln. Dieses gigantisch, farbenprächtige Festival dauert 2,5 Tage und findet jedes Jahr am dritten Wochenende im Mai statt.


Cava Grande del Cassibile - Riserva Naturale

Ein eindrucksvoller, 250 m tiefen Canyon mit ca. 80.000 Höhlengräbern, einzigartigen Botanik und den herrlichen süßwasser Badebecken. Der Abstieg zu Fuß dauert ca. 45 Min. - hinauf sollte man ca. 1. Std. einplanen. Bei oder nach Regentagen ist Normalweg in die Cava oft gesperrt. In Wander-Führern findet man aber ohnehin schöne Alternativen.


Modica - die Schokolanden Hauptstadt

Im Herzen der Monti Iblei im Schnittpunkt von 3 Schluchten gelegen hat Modica zwei sehr gegensätzlichen Stadtteilen. Modica Alta und Modica Bassa. Üppiger Barock, verwinkelte Treppenwege und zwei der schönsten Barock-Kirchen Siziliens - San Giorgio und San Pietro. Ein Erlebnis für sich ist die abendliche Passegiata in Bassa und die Cioccolato modicano. (UNESCO Weltkulturerbe seit 2002)


Ragusa - Ober- und Unterstadt

Nach der Zerstörung durch das Erdbeeben 1963 konnte sich der Adel nicht einigen und so auf einem höher gelegenen Felsplateau eine ganz neue Barock-Stadt mit rechtwinklingen Straßensystem gebaut. Aber auch das alte Ragusa wurde wieder aufgebaut. Diese Unterstadt, Ragusa Ibla wirkt heute wie ein verträumtes Schmuckkästchen. Sehr sehenswert sind beide Stadtteile.


Riserva Naturale Vendicari

Das Naturschutzgebiet mit seinen lagunenartingen Seen, den pantani, die im Sommer austrocknen, ist eine wichtigster Vogel-Rastplätze auf dem Flug von Nordeuropa nach Afrika. Falmingos können das ganze Jahr beobachtet werden. Die meisten Besucher kommen allerdings wegen den herrlichen Sandsträden, der schönste ist die Sandbucht von Calamosche die genau in der Mitte des Park liegt und nur zu Fuß (ca. 20 Min) erreicht werden kann.


Ausflugstipp: Fonte Ciane

Wanderung oder Bootstour zur Quelle des Fluss Ciane mit seinen zahlreichen Papyrusstauden.

Von Siracusa auf der SS115 in südlicher Richtung fahren. Nach ca. 7 km überquert man den Fluss Anapo. Von hier kann man sich für ein paar Euro mit einem Boot bis zur Ciane-Schleuse fahren lassen und geht von dort in ca. 20 Minuten zur Quelle. Oder man biegt nach der Brücke rechts ab und fährt ca. 1 km in westlicher Richtung. Kurz nachdem man ein Bahngleis überquert endet der Weg an einer Brücke, die durch Betonblöcke gesperrt ist. Hier parke und dem Weg folgen. Detail-Beschreibung in unserem Reiseführer.